Türklinke

Im Haus ist’s stille, jemand niest. Die Hand sich um den Türgriff schließt. Ganz langsam, leise durchgedrückt die Klinke sich zum Boden bückt. Doch da! Ein Quietschen! Großer Schreck! Die Hand zuckt von der Klinke weg, um wenig später, mit Einzücken dieselbe wieder durchzudrücken. Der Riegel schiebt sich in die Tür hinein, die Tür geht … Türklinke weiterlesen

Feld

Ein stilles Feld in dunkler Nacht, ein kleines Licht steht mittendrin. Das Licht, ein Feuer ist entfacht und all die Gräser sind dahin. Wir stehen daneben und schauen ihm still beim Verbrennen und Rauchen zu. Das Feld wird vergehen, wenn man es so will. In zwei Stunden ist hier wieder Ruh. Feld weiterlesen

Bilder

Wenn Bilder durch die Straßen gehen, die immer nur sich selber sehen und keinen lieben, außer sich, glaube mir, das will ich nicht. Und Masken auf den Köpfen tragen, immer nur nach Bildern fragen, versperrn sich immer nur die Sicht, glaube mir, das will ich nicht. Kostüme gehn des Weges lang, nehmen sich wieder in … Bilder weiterlesen

Kaltes Essen

Die Uhr hängt oben an der Wand, darunter kaltes Essen stand. Es steht schon fünfzig Jahre da, doch niemand, der es nahm gewahr. Das Essen war für Oma Kraus, die lebte einst in diesem Haus. Das Essen rührte sie nicht an, weil es aus ihren Fingern rann. Nach diesen fünfzig Jahren dann, da kamen junge … Kaltes Essen weiterlesen

Was wäre ich?

Stell dir mal vor, ich wär ein Hund, ich fräß mich dick und kugelrund. Mit Hundekuchen, Knochen fein, könnt’s Leben auszuhalten sein. Wär ich ein Hund, wär ich nicht schlau, obwohl ich meiner Nas‘ vertrau. Ein Hund zu sein, wär sicher schön, doch ich werd and’re Wege gehn. Stell dir mal vor, ich wär ein … Was wäre ich? weiterlesen

Radau

Das folgende Gedicht entstand im Rahmen einer Schulaufgabe namens »Kristallnacht«. Dabei sollte unter Hilfe vorgegebener Worte eine Geschichte oder ein Gedicht geschrieben werden. Ich entschied mich für das Gedicht. Radau, Radau, das Feuer brennt! Der Fackelzug durch Straßen rennt. Der Rauch verdeckt das helle Licht. Radau, Radau, man hört uns nicht. Die Fackeln rennen durch … Radau weiterlesen

Aller Leute Glück

Wenn eines Tages in die Welt Glückseligkeit wird einbestellt, liegts nicht an Staat und Wirtschaft, Narr, und auch nicht an der Kirche gar, vielmehr liegt es an dir allein: Du bist der Grund fürs glücklich sein! Trägst du das Glück zu allen hin, vergeh’n Griesgram und Trübesinn. Bring sie zur Freude und zum Lachen, du … Aller Leute Glück weiterlesen

Straßenbahngegner

Ganz in der Nähe soll eine neue Straßenbahnstrecke gebaut werden. Ich finde das super, schließlich wird das eine schnelle Verbindung in die umliegenden Stadtteile bedeuten. Aber nicht alle sind so begeistert wie ich. Es sind Wutbürger, die sich immer neue Ideen einfallen lassen, um die Straßenbahn zu verhindern, denn der Autoverkehr könnte ja langsamer werden. … Straßenbahngegner weiterlesen

Ein Weihnachtsgedicht

Ein Weihnachtsbaum steht in der Zimmerecke, die Kerzen brennen auf ihm unentwegt. Wie wärs, wenn ich Geschenke jetzt verstecke, bevor sie jemand unter’n Christbaum legt? Die Kinder komm’n herein und schauen, sie warten sicher voller Ungeduld. Wie sie noch in den Weihnachtsmann vertrauen, doch die Geschichte ist ja uns’re Schuld. Am Fenster draußen erste Flocken fallen, … Ein Weihnachtsgedicht weiterlesen